Herzlich Willkommen auf unserem Blog

Lieber Leser, 

Hallo und herzlich willkommen auf unserem Blog. Wir hoffen sie haben gut hier hin gefunden, und wollen mehr über unser Konzept und die Bürgerenergie im allgemeinen Erfahren. 

 

 

Wir werden auf unserem Blog in unregelmäßiger Folge verschiedene Artikel über, die Situation der Windkraft in Südfrankreich posten um Ihnen so zu zeigen wie wir mit unserem Konzept die Spielregeln in der französischen Windenergie neu schreiben wollen.

 

 

 

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Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit, und nun viel Vergnügen mit unseren Artikeln.

Die Unterschiedlichen Strategien bei der Reglementierung des Windenergiesektors in Deutschland und Frankreich

Es erscheint legitim die beiden größten Strommärkte des Kontinents, bezüglich Ihrer Politik für die Entwicklung der erneuerbaren Energien zu vergleichen. Denn tatsächlich sind die  Unterschiede zwischen den Regelwerken unerwartet klein. Die Ziele waren auf beider Seite ähnlich formuliert. Die deutschen Regelungen zielten jedoch von Anfang an auf eine Dezentralisierung der Stromproduktion ab.

 

Während in Frankreich, ähnlich wie in Deutschland 2001 eine garantierte Einspeisevergütung eingeführt wurde, haben sich dennoch beide Märkte komplett verschieden entwickelt. In Deutschland sind aktuell circa 28.000 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 50.000MW installiert. Die Windenergie trägt mit 12,3% zur Stromversorgung Deutschlands bei.

 

Die Anzahl der Windkraftanlagen ist in Deutschland seit vielen Jahren stark gestiegen. Es ist jedoch zu erwarten, dass im Zuge der Umsetzung des EEG 2017 die Zubauzahlen zurückgehen werden. Dennoch ist der deutsche Windenergiemarkt einer der größten und innovativsten der Welt.

 

Dagegen ist die Situation in Frankreich noch lange nicht so weit fortgeschritten. Hier sind knapp 12.000MW Windkraftleistung installiert, die nur zu 3,9% zum französischen Strommix beitragen.

 

 

Das starke Wachstum der erneuerbaren Energien in Deutschland wurde erst durch die dezentrale  Ausrichtung der Energiewende ermöglicht. Am Rückstand Frankreichs lässt sich dies leicht erklären, wenn man einen Blick auf die Entwicklung der Zubauraten und die Entwicklung der Reglementationen in Frankreich wirft.


Die Grafik veranschaulicht die deutlichen Schwankungen des Zubaus an Windkraft in Frankreich. Einen ersten Signifikanten Anstieg des Zubaus gab es 2005, damals traten die Regelungen zu Vorrangzonen für Windenergie in Kraft (Zone de développement éolien (ZDE).

 

 

Im Zuge der Einführung der Windkraft Vorrangzonen wurde jedoch die Strategie ausgegeben, dass Windenergie konzentriert an wenigen Orten in Frankreich erzeugt werden sollte. Man folgte einer, für den französischen Strommarkt typischen, zentralistischen Politik, um eine “Verspargelung der Landschaft” zu vermeiden. Die Mindestgröße für Windparks wurde auf 10 Turbinen festgelegt.

 

 

Diese Regelungen wurden aber zum Jahr 2012 mit der Loi Grennell II wieder gekippt, in welcher ein Verfahren, das der deutschen UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung) ähnelt, eingeführt wurde. Da in den folgenden Jahren die Standorte für bis zu zehn Windturbinen knapp wurden, wurden im Rahmen der Loi Grennell II die Anforderungen gelockert und eine Mindestgröße von fünf Turbinen festgelegt. Diese Regelung weckte aber immer noch nicht die erwünschte Dynamik des Marktes. Die zahlreichen und schwierig zu erfüllenden Auflagen zur Errichtung von Windrädern bremsten das Wachstum des Marktes immer noch zu stark.

 

 

 

"Die so geschaffenen ICPE-Verfahren schaffen Klarheit und bieten einen sicheren juristischen Rahmen für Windmüller."

Daher besserte die Hollande-Administration mit der Loi Brotte (2013) nach, im Zuge welcher sie ein gebündeltes Verfahren für die Genehmigung von Windkraftanlagen einführte. Die so geschaffenen ICPE-Verfahren schaffen Klarheit und bieten einen sicheren juristischen Rahmen für Windmüller.

 

 

Auch wurde im Zuge der Loi Brotte und dem letzten Gesetz zur Energiewende (Loi de la transition énergétique) von 2015, die letzte Mindestgröße für Parks aufgehoben.

 

Durch diese Maßnahmen soll eine dezentrale Energiewende ermöglicht werden. Viele Standorte Frankreichs erlauben die kommerzielle Nutzung der Windenergie, manche Regionen weisen sogar exzellente Bedingungen auf (siehe nächsten Artikel)


 

 

Frankreichs Regierung hat mit den letzten Gesetzesänderungen nun die Weichen für eine dezentrale und möglicherweise auch kooperative Energiewende gestellt.


Frankreichs noch ungenutztes Windpotential

 

 

 

Zum aktuellen Zeitpunkt drehen sich in ganz Frankreich circa 10.300 Windräder. Ungefähr 25% des deutschen Windparks. Insgesamt decken Windräder schon circa 10% des gesamten europäischen Energiebedarfs. In Frankreich dagegen deckt die Windkraft gerade einmal einen Anteil von 4,8% des Energiebedarfs. Die Energieerzeugung beträgt nämlich 21,2 TWh. Vergleicht man diese Zahlen mit der jährlichen Energiegewinnung von 560 TWh, kommt man auf den oben genannten Prozentsatz von 4,8 (16,8 im Jahr 2015). Doch dieser Ertrag steht in keinem Zusammenhang mit dem unglaublich großen Windpotential des Landes.

 

 

Beim Potenzial für Windenergienutzung belegt Frankreich zurzeit den zweiten Platz. Mit den bereits errichteten 10 GW ist Frankreich in der Lage, diese Zahl mindestens zu verdreifachen. Dies hat auch die Regierung sich in der Gesetzgebung der Energiewende zum Ziel gesetzt: Die gesamte Energieerzeugung soll zu 32% aus Windkraft bestehen, das sechsfache der jetzigen Situation.

 

 

Nur Großbritannien, mit seinen langen Windreichen Küsten besitzt ein noch größeres Windpotential, als die Grande Nation. Doch die französische Regierung hat sich mit ihrem Gesetz der Energiewende (Loi de la transition énergétique) ehrgeizige Ziele gesetzt, und will bis 2030 über 30% seines Stroms nur mit dem Wind generieren.

"Doch dieser Ertrag steht in keinem Zusammenhang mit dem unglaublich großen Windpotential des Landes"

Die Situation im Languedoc-Roussillon

 

 

Die Region Languedoc-Roussillon hat ein sehr spezielles Reservoir an Windenergie.

Die ehemalige Région Languedoc- Roussillon, nun ein Teil der  Région Occitanie (der südliche Teil der französischen Mittelmeerküste) bietet zum Beispiel ganz besonders gut geeignete Gebiete um Windenergie zu nutzen. Dort lassen sich vielerorts durchschnittliche Windgeschwindigkeiten von über 9m/s beobachten. Damit ist hier die Geschwindigkeit des Windes fast am höchsten in ganz Europa.

 

 

In Deutschland wird die benötigte Energie mit einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 4 m/s erzeugt, was schon ausreicht um gewinnbringend zu sein.

Im Têt-Tal (nahe Carcassonne) sind die Windbedingungen so gut, dass eine Windkraftanlage dort mehr als dreimal so viel Energie jährlich ins Netz einspeist, als eine gleichwertige Anlage in weiten Teilen Deutschlands.

 

 

Dies wird deutlicher wenn man das Säulendiagramm der Energieproduktion betrachtet. Eine moderne Windkraftanlage, so wie das Modell V90 von Vestas, was eines der meist benutzten in Frankreich ist, kann normalerweise bis zu 500 KWh im Durchschnitt produzieren. Multipliziert man diese Zahl mit 8760 Stunden pro Jahr, erhält man 4.400.000 KWh jährlich, genug Elektrizität um ungefähr Tausend Haushalt in vorteilhaften Regionen in Deutschland und Nordfrankreich zu versorgen.

 

 

Über die ganze Region verteilt beobachten wir selten Werte unterhalb von 6m/s, was in Deutschland ein Referenzstandort darstellt, aber sehr selten vorgefunden wird.

Das enorme Potential der Region ist aber noch mangelhaft ausgeschöpft. Insgesamt finden sich nur circa 2000 Windkraftanlagen auf der Fläche Irlands.

 

"Im Têt-Tal (nahe Carcassonne) sind die Windbedingungen so gut, dass eine Windkraftanlage dort mehr als dreimal so viel Energie jährlich ins Netz einspeist, als eine gleichwertige Anlage in weiten Teilen Deutschlands" 

 

Ein effizientes Management dieses Potentials, dass vor allem die Bürger in der Region nicht aus den Augen verlieren kann daher große Bedeutung für eine europäische Energiewende haben. Bei den stabilen Windbedingungen in der Region zeigt sich die Einspeisung einer Windkraftanlage deutlich weniger volatil, als zum Beispiel in Deutschland. So können die bereitgestellten Leistungen besser geplant werden, was auf lange Sicht zu einer weiteren Reduzierung der Stromentstehungskosten der Windenergie haben kann.

 

 

Auch stellen Windkraftanlagen keinen insignifikanten wirtschaftlichen Faktor für eine Region dar. Diese Windbedingungen sind ein Teil des Kapitals der Region, und sollten daher im Einklang mit der Bevölkerung und der Natur genutzt werden, umso ganz Europa ein wenig unabhängiger vom Uran und den fossilen Energieträgern zu machen.

Das enorme Windpotenzial der Region muss als Kapital angesehen werden. Eine kooperative und effiziente Nutzung ist der beste Weg für die Energie der Zukunft herzustellen

 

 


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